Rente? Die meisten Versicherer können das nicht so richtig

Letzte Woche, auf der Tagung des iff in Hamburg, musste ich einem CDU-Politiker lauschen, der sich zur Rente äußerte. Dabei behauptete er, wer in die gesetzliche Rente einzahlen würde, müsste später „in die Röhre“ schauen. Darauf angesprochen, hat er hat diese Aussage dann etwas relativiert. Er wolle ja nur deutlich machen, dass die Bürger mehr in kapitalgedeckte Lösungen investieren sollten.

Kapitalgedeckte Renten dürfen in Deutschland nur von Versicherern angeboten werden. Deshalb meinen viele, dass gerade die Versicherer viel Expertise im Geschäft mit der Verrentung haben.

Eine neue Untersuchung der Aufsichtsbehörde BaFin zeigt nun aber: Mehr als die Hälfte der Unternehmen beherrschen das Geschäft so schlecht, dass die Kunden keine Risikoüberschüsse im Rentenbezug bekommen. Kurz zur Einordnung: Die Versicherer kalkulieren eigentlich zu vorsichtig, erzielen deswegen Überschüsse und dann sollen die Kunden davon auch etwas abbekommen.

Der wichtigste Grund, warum der Großteil der Branche die Rentenkunden bei den Risikoüberschüssen leer ausgehen lassen: Sie haben sich in der Vergangenheit verkalkuliert, sie haben „bei älteren Tarifen den weiteren Anstieg der Lebenserwartung unterschätzt“.

Der Hauptteil der Branche (welche Unternehmen genau, das verrät die BaFin nicht) hatte also das Rentengeschäft in den letzten Jahrzehnten nicht richtig im Griff. Die wahren Rentenexperten sind daher eher woanders zu suchen sind als bei der Assekuranz.

Wer in Sachen Rente in die Röhre schaut, der hat also vermutlich einen privaten Vertrag bei einem Lebensversicherer.

PS: Damit Sie mich nicht falsch verstehen: Kapitaldeckung ist in Ordnung, sollte aber von denen gemacht werden, die ihr Geschäft beherrschen.

PPS: Ob das überhaupt so rechtens ist, die Risikoüberschüsse wegen des Kalkulationsfehlers zu kürzen, bezweifle ich auch (siehe auch BGH IV ZR 102/06).

Hintergrund: Die Untersuchung der BaFin