Die leidigen Lebenserwartungen und wie Hermann der Cherusker unser Rentensystem stabilisierte

Gerade ging es mal wieder durch die Presse. Unsere Lebenserwartung steigt! Das statistische Bundesamt hat für Neugeborene Mädchen eine Lebenserwartung von 83,6 Jahren und für Buben von 79,1 Jahren ermittelt.

Ziemlicher Quatsch. Denn das, was die Statistiker in Wiesbaden errechnen, ist eine sogenannt Periodentafel. Die wirft die Sterbewahrscheinlichkeiten unterschiedlicher Jahrgänge durcheinander. Genauer: Die Sterbewahrscheinlichkeit des Jahrgangs 2025 geht für die Neugeborenen ein, der Jahrgang 1966 bestimmt die Sterbewahrscheinlichkeit der 60-Jährigen und die vor hundert Jahren Geborenen prägen die Todesfallwahrscheinlichkeit der 100-jährigen in dieser Tafel.

So eine Periodentafel sagt dann nichts über die Lebenserwartung eines bestimmten Jahrgangs aus, sondern ist eine Mischung aus allen möglichen Generationen. So eine Tafel ist spannend für wissenschaftliche Untersuchungen aber nicht anwendbar für konkrete Prognosen – ähnlich wie die Ergebnisse der Klimaforscher zwar etwas über die Klimaentwicklung aussagen aber eben keine Wettervorhersage fürs nächste Wochenende ermöglichen.

Was aber andere Forschungsergebnisse in Sachen Langlebigkeit jüngst zeigen: Wer heute in Deutschland in einem Gebiet wohnt das, früher von den Römern besetzt war (vor ca. 2.000 Jahren!), hat heute eine spürbar längere Lebenserwartung als diejenigen die auf ehemals germanischem Gebiet leben!

Man stelle sich vor, Hermann der Cherusker hätte damals gegen Varus im Teutoburger Wald verloren und die Römer hätten wirklich Germanien erobert: Dann würden nicht nur Baden-Württemberger und Rheinanrheiner vom Lebenserwartungsboost der Römer profitieren. Bundesweit wäre die Lebenserwartung spürbar höher!  Dann würde das mit den Renten noch enger werden und wir müssten vermutlich ein Jahr länger arbeiten.

Aber Varus hat verloren, die Lebenserwartung in weiten Teilen Deutschlands ist nicht so stark gestiegen und Dank des Cheruskers blieb den Germanen und ihren Nachfahren die höhere Lebenserwartung erspart.

So hat die Schlacht am Teutoburger Wald unser Rentensystem gestärkt. Danke, Hermann! 😉

Die Veröffentlichung von Destatis: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/07/PD26_236_12621.html

Die Studie: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2666622725000012