Die Uhr tickt für das staatliche Altersvorsorgedepot

Es war eine Überraschung als die Regierung die Renovierung der geförderten Altersvorsorge vorstellte: Ab Januar 2027 soll es auch ein staatlich organisiertes Altersvorsorgedepot geben – schon in gut 200 Tagen!

Das ist nicht viel Zeit. Dann sollen Bürgerinnen und Bürger kostengünstig für die Altersvorsorge in Fonds investieren können. Und das irgendwie von staatlicher Seite organisiert, in Konkurrenz zu Versicherungen und Fondsgesellschaften.

Wie das genau ausschauen soll, weiß noch niemand. Wichtige Spielregeln sind nämlich noch nicht bekannt. Es fehlt noch eine Verordnung. Die ist schon angekündigt, liegt aber noch nicht vor.

Im Vorfeld haben Verbraucherschützerinnen, Politiker und Lobbyisten viel über die Kapitalanlage diskutiert. Preiswert soll das sein! Klingt gut. Aber das finde ich eigentlich nicht so spannend. Denn richtig kompliziert und teuer ist stattdessen die Verwaltung der Verträge.

Das staatliche Angebot muss diese Verwaltung teuer einkaufen oder neu von Null an aufbauen. Und das darf nicht einfach so mit Steuermitteln finanziert werden – es muss ja eine faire Konkurrenz mit Versicherungen und Fondsgesellschaften geben.

Vielleicht gibt es aber eine Lösung, die alle Angebote günstiger machen könnte. Denn wir haben mit der Zulagenstelle eine staatliche Behörde, die diese Verträge sowieso schon verwaltet und Erfahrungen mit der Zulagenmechanik hat.

Wie wäre es denn, wenn wir die Zulagenstelle verstärken und sie dann allen Anbietern gegen Entgelt die vollständige Verwaltung der Verträge anbietet?

Dann kann das staatliche Angebot schnell loslegen und auch Versicherungen und Fondsgesellschaften hätten eine kostengünstige Möglichkeit für die Verwaltung.

Von Null auf das staatliche Angebot aufzusetzen, wird ansonsten ziemlich schwierig. 200 Tage vergehen schnell.

PS: Die Frage nach dem Vertrieb des staatlichen Angebotes bliebe dann noch immer ungeklärt. Aber das ist eine andere Diskussion.